Kultur
Kartenspiele in der spanischen Malerei




Kartenpartien sind ein klassisches Motiv der spanischen Genremalerei und eine Möglichkeit, das Leben auf der Straße festzuhalten. Spielkarten begegnen uns bei den schelmischen Straßenkindern des sevillanischen Barocks, den herausgeputzten jungen Leuten bei Goya und den Wirtshausgästen in der spanischen Alltagsmalerei des 19. Jahrhunderts.
Der Barock und die Schelme
Im 17. Jahrhundert malten Künstler wie Murillo Straßenkinder in Sevilla beim Essen, Spielen oder Münzenzählen. Das Spiel erschien als selbstverständlicher Teil des Alltags, ganz im Sinne der damaligen Schelmenromane. Schau dir dazu die Glücksspieler des Goldenen Zeitalters an.
Goya und die Entwürfe für Wandteppiche
Ende des 18. Jahrhunderts malte Goya heitere Szenen als Vorlagen für die königlichen Wandteppiche. Eine davon zeigt eine Kartenpartie im Grünen. Es ist wohl das berühmteste Gemälde einer Kartenpartie in Spanien.
Die spanische Alltagsmalerei
Im 19. Jahrhundert hielten viele Maler Kartenpartien in Wirtshäusern, Cafés und Innenhöfen fest. Diese Szenen stecken voller Details: Gesten, Flaschen, Rauch und jemand, der den Spielern über die Schulter schaut. Sie passen zu dem, was wir über die Freizeitgestaltung in spanischen Wirtshäusern und die Cafés mit ihren endlosen Kartenpartien erzählen.
Eine Art, Geschichte zu erzählen
Diese Bilder zeigen uns, wie die Menschen saßen, welche Karten sie benutzten und wie eine Partie erlebt wurde. Sie sind fast so etwas wie gemalte Dokumentarfilme.
Häufige Fragen
Welche spanischen Maler haben Kartenpartien gemalt?
Goya ist der bekannteste, doch das Motiv findet sich auch in der Barockmalerei und in der spanischen Alltagsmalerei des 19. Jahrhunderts.
Warum war dieses Motiv so beliebt?
Weil sich damit das Alltagsleben, die Gesten und sogar die Schummeleien mit viel Humor darstellen ließen.