Spanisches Blatt

Warum zeigen spanische Spielkarten ihre Figuren in ganzer Gestalt?

Sota de Oros de una baraja de Lascuarenta.esCaballo de Copas de una baraja de Lascuarenta.esRey de Bastos de una baraja de Lascuarenta.es

Die Figuren des spanischen Kartenblatts sind in ganzer Gestalt dargestellt, weil die traditionelle Gestaltung von Sota (Bube), Caballo (Reiter) und Rey (König) erhalten blieb, wie man sie schon seit Jahrhunderten zeichnete. Das französische Blatt übernahm dagegen im 19. Jahrhundert die sogenannten Doppelbilder: Damit ließen sich die Figuren in jeder Lage erkennen, ohne die Karte drehen zu müssen.

Ein Pferd lässt sich nicht teilen

Dafür gibt es einen ganz praktischen Grund: das Pferd. Oben ein halbes Pferd und unten noch eines zu zeichnen, sieht ziemlich seltsam aus. Mit den vollständig dargestellten Figuren ist jede Karte eine kleine, in sich geschlossene Illustration. Das macht einen Teil des Charmes des spanischen Blatts aus. Mehr dazu erzählen wir im Beitrag Warum das spanische Kartenblatt einen Caballo und keine Reina (Dame) hat.

Und woran erkennen die Spieler die Karte?

An der Zahl in der Ecke und an den Pintas (Rahmenmarkierungen). Damit spielt es keine Rolle, ob die Karte richtig herum oder auf dem Kopf steht.

Eine Tradition mit langer Geschichte

Die Figuren des spanischen Kartenblatts erinnern an die Pagen, Ritter und Könige des Mittelalters. Wenn du sehen möchtest, wie sie sich im Laufe der Zeit verändert haben, findest du bei uns einen Rückblick auf die künstlerische Entwicklung spanischer Spielkarten.

Häufige Fragen

Was ist eine Figur als Doppelbild?

Eine Figur, die zweimal gezeichnet wird: einmal aufrecht und einmal kopfstehend. So ist sie in jeder Lage gut zu erkennen.

Gibt es spanische Kartenblätter mit Doppelbildern?

Es gibt einige Ausgaben, aber traditionell werden die Figuren in ganzer Gestalt dargestellt.