Redewendungen
Was bedeutet „ir de farol“?




„Ir de farol“ bedeutet, eine Stärke vorzutäuschen, die man nicht besitzt, um das Gegenüber zu beeindrucken oder zum Rückzug zu bewegen. Die spanische Redewendung stammt aus Bietspielen: Dort kann jemand mit schlechten Karten hoch bieten, damit die anderen das Gebot nicht annehmen.
Von der leuchtenden Laterne zum täuschenden Bluff
Das spanische Wort farol (Laterne) wurde schon früher im übertragenen Sinn für jemanden verwendet, der viel angibt und Aufsehen erregt – wie ein helles Licht, das alle Blicke auf sich zieht. Das Wörterbuch der Real Academia verzeichnet sowohl diese Bedeutung als auch die aus dem Spiel: einen vorgetäuschten Spielzug oder ein Gebot, das andere in die Irre führen soll.
Der Bluff am Spieltisch
Beim Mus (spanisches Bietkartenspiel) gehört das Bluffen dazu. Mit mittelmäßigen Karten auf grande (hohe Karten) zu bieten oder ohne etwas auf der Hand einen órdago (Gebot um die gesamte Partie) anzusagen, kann das gegnerische Paar zum Passen bringen – und dir die Punkte sichern. Deshalb heißt es beim Mus, dass man ebenso mit den Karten wie mit den Gesichtern spielt. Den extremsten Fall erklären wir im Beitrag Was bedeutet „de órdago“?.
Auch beim Mentiroso (Lügner) wird geblufft: Hier gewinnst du schlicht, wenn dich niemand erwischt.
So wird die Redewendung heute verwendet
- „Hör nicht auf ihn, er blufft nur.“
- „Er sagte, er hätte ein anderes Angebot, aber das war nur ein Bluff.“
Wer das gewohnheitsmäßig tut, wird auf Spanisch farolero (Blender oder Angeber) genannt. Im Alltag schwingt dabei etwas Großspurigkeit mit; am Spieltisch ist es einfach Strategie.
Quellen
Häufige Fragen
Was ist ein „farolero“?
Jemand, der angibt oder mehr vortäuscht, als er tatsächlich hat – oft aus Gewohnheit.
Bei welchen Spielen mit spanischen Karten wird geblufft?
Vor allem bei Bietspielen wie Mus (spanisches Bietkartenspiel) und bei Täuschungsspielen wie Mentiroso (Lügner).